In der Reihe „Berlin-Potsdam-Berlin-Potsdam-und so weiter“ präsentieren wir euch unsere Erlebnisse der einwöchigen Ausdauerbahnfahrt zwischen Berlin und Potsdam. Hier gibt es nun einen kleinen Einblick in den Spin-Off der Berlin-Leipzig-Berlin-Abenteuer: Berlin-Potsdam-Berlin!
Um uns ein wenig Abwechslung zum Ende der Woche zu verschaffen, beschlossen wir, uns eine neue Hausstrecke zu suchen. Und so fuhren wir in die Landeshauptstadt Brandenburgs (Potsdam), die ebenso in unserem zur Verfügung stehenden Korridor lag. Sollte diese Strecke etwa schon bald Protagonist einer weiteren einwöchigen Ausdauerbahnfahrt werden?
Obwohl die beiden „Metropolen“ in den unterschiedlichsten Bundesländern liegen, verkehren lediglich S-Bahnen und Regionalzüge zwischen ihnen. Immerhin gibt es im RE ein standesgemäßes Erste-Klasse-Abteil. Der Haken (andere würden es Vorteil nennen) der Strecke besteht jedoch darin, dass der Zug für die 28 Kilometer lediglich 25 Minuten benötigt, was für Gespräche und Kreativarbeiten während der Fahrt dann doch ein wenig zu kurz ist. Es reichte also gerade einmal für eine schnelle Tasse Kaffee und schon standen wir am Potsdamer Hauptbahnhof. Das Palästchen Sanssauci ließen wir rechts liegen und liefen stracks ins holländische Viertel. Piotr der Weltenbummler, der sogar schon mal in Holland war, bestätigte: Das holländische Viertel sieht wirklich holländisch aus!

Weiter ging es zur Alexandrowka, einem Nachbau eines russischen Dorfes mitten in Potsdam. Stani, der schon mal eine Dokumentation über Russland gesehen hatte, bestätigte: Das russische Dorf sieht wirklich russisch aus. Und weil wir etwas lernten auf dieser Reise, wollen wir andere daran teilhaben lassen: Die Alexandrowka gibt es nur, weil irgendein russischer Zar irgendeinem preußischen König als Zeichen seiner Freundschaft, der Verbundenheit der beiden Völker und anderem pathetischen Blabla ein paar Musiker geschenkt hat. Musiker! Geschenkt! Und dieser preussische König musste sich ja nun auch dankbar zeigen, außerdem mussten diese Musiker ja auch irgendwo wohnen und sollten sich auch ein wenig wie Zuhause fühlen, also hat man ihnen dieses Dorf im russischen Stil gebaut. Welch famose Idee, doch beschlossen Stani und Piotr, noch ein wenig zu warten, bis sie sich Musiker schenkten. Schließlich wollten sie auch angemessen für sie sorgen können.

Potsdam kann auch sonst auf eine ruhmreiche Geschichte zurückblicken: Schließlich wurde hier die Erfolgsserie „Unser Charly“ gedreht! Die längstlaufende Serie im deutschen Fernsehen mit einem Affen als Hauptdarsteller! Aufgrund von Beschwerden verrückter Tierschützer wurde sie leider im Jahr 2012 nach 17 Jahren abgesetzt. In den 16 Staffeln wurden zur Freude von Jung und Alt 11 Affen verbraucht, was lediglich 0.6875 Affen pro Staffel, beziehungsweise 0.05 Affen pro Folge entspricht! Anders ausgedrückt: So ein Affe hält gut und gerne 20 Folgen! In Erinnerungen an Charlys Abenteuer schwelgend besuchten wir alle Drehorte der Serie (lies: wir liefen einfach durch Potsdam) und erzählten uns unsere Lieblingsmomente:
- als Charly eine Banane aß
- als Charly die Teilnehmer einer Ballonfetischparty mit Konfetti bewarf
- als Charly wieder einmal nuuuur Unordnung machte!
- als Rodolfo mal wieder Spaghetti für alle kochte / kochen musste
- als Charly wieder einmal irgendwen in der Scheune einsperrte
- als Charlotte mal wieder die Tierarztpraxis allein managen musste
- als Charly einen Dieb dingfest machte
- als Dr. Martin tragisch ums Leben kam
- als Charly drei Tierschmuggler dingfest machte
- als Charly ein Wunder vollbrachte und ein kleines Mädchen wieder gehen konnte
- als Charly figyelmét megragadja a Kessler autójában látott didgeridoo
- als der Affe wegmusste!

So aufregend ist also Potsdam! Und um die Eingangsfrage zu beantworten, ob wir eine Wiederholung unseres Bahnabenteuers auf der Strecke Potsdam-Berlin planen: Auf gar keinen Fall!